Skip to content

Aldinen

Signatur: II 468 g

Aldine mit der Signatur II 468 g

Geprägt wurde der Begriff durch Aldus Manutius, der im Jahre 1494 die Druckerei Aldina in Venedig gründete. Er war ein humanistischer Gelehrter, Verleger und begabter Geschäftsmann, der den Buchdruck seiner Zeit revolutionierte. Die Offizin (Druckerei) des Aldus Manutius und seiner Nachfahren war bekannt für makellose, schöne und erschwingliche Ausgaben klassischer Autoren und höchste buchkünstlerische Qualität. All dies bescherte dem Familienunternehmen einen hervorragenden Ruf. Schon früh waren die Werke begehrte Sammelobjekte. Eine eindeutige Zuordnung erlaubt die prägnante Druckermarke, welche die Authentizität des Werkes garantierte. Dies entspricht in etwa dem eingetragenen Markenzeichen der heutigen Zeit. Im Bestand Bibliotheca Johannei sind insgesamt fünf Aldinen u. a. als Taschenbuchausgabe vorhanden.

Druckermarke Anker & Delphin

Signatur: II 16 k

Aldine mit der Signatur II 16 k

Der wirtschaftliche Erfolg kam auch durch den drucktechnischen Erfindergeist von Aldus Manutius. Er erfand das praktische in Pappe eingebundene Taschenbuch im Oktavformat. Die Bücher wurden dadurch viel günstiger und für einen breiteren Kreis erschwinglich. Außerdem entwickelte er die Schriftart “Antiqua” in Verbindung mit der Kursivschrift, was heute noch große Anwendung findet. Auch bei der Erschließung von Registern führte Aldus Manutius Neuerungen ein. Als findiger Unternehmer, der auch den wirtschaftlichen Erfolg steigern wollte, gab er Reklameanzeigen griechischer Drucke mit Preisangaben heraus.

Als studierter Humanist, Philologe und Kenner der lateinischen und griechischen Sprache, hatte Aldus Manutius intellektuellen Zugang zu handschriftlichen Texten der Antike. Er verglich diese und korrigierte Fehler. Dadurch konnten diese in bisher unbekannter Qualität, Genauigkeit und in größeren Auflagen gedruckt und herausgegeben werden. Ebenso Lexika, Stundenbücher der Psalter, Grammatiken und Medizinbücher.