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Druckermarke „Anker & Delphin“

Die Druckermarke (Signet) der Offizin Aldina zeigt den Vornamen von Manutius durchbrochen von einem Delphin, welcher einen Anker umwindet. Die Lebhaftigkeit des Delphins, der eine Symbiose mit dem schweren, haltgebenden Anker eingeht, kommt in dem Motto: “festina lente” (Eile mit Weile) zum Tragen. Dies spielt u.a. auf die schwere Arbeit des Druckers an, der den Drucksatz sorgfältig anlegt und geschwind große Auflagen in einer hohen Qualität erzeugt.

Das Signet wurde als klassischer Typus von Aldus Manutius ab 1502 bis zu seinem Tode 1515 und auch sporadisch noch von seinen Nachfolgern in fünf verschiedenen Varianten verwendet. Der Schwager führte nach Manutius‘ Tod die Druckerei und den Verlag fort, bis 1533 dessen Sohn, Paulus Manutius, alt genug war, die Leitung zu übernehmen. Von ihm stammen die beiden oben abgebildeten Druckermarken.
Ab den frühen 1540er vollzog sich ein Wandel im Design des Signets. Die Brüder Franciscus und Fridericus Torresanus stiegen in die Druckerei mit ein, nachdem Erbstreitigkeiten beigelegt waren. Paulus Manutius übernahm die Leitung der Offizin. Die Form des Signets wurde zunehmend plastischer, wodurch auch das Kopieren erschwert wurde.
Durch die erworbene Reputation erfolgte 1561 die Berufung durch Papst Pius IV. nach Rom mit dem Auftrag, die Vatikanische Druckerei zu übernehmen. Diese Arbeit dauerte bis 1570. Die vorliegenden zwei Werke sind jedoch trotzdem in Venedig gedruckt
Bis 1598 wurden in den Druckereien der Familie Manutius noch Aldinen gedruckt.

Aus den Aldinen der Bibliotheca Johannei lassen sich anhand der folgenden Fotografien (in chronologischer Reihenfolge) der Wandel der Druckermarke nach Manutius‘ Tod im Jahr 1515 gut dokumentieren: