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Cosmographia

Unter dem Begriff „Kosmographie“ versteht man die Wissenschaft von der Beschreibung der Erde und des Weltalls. Zu der Zeit von Sebastian Münster befassten sich die Kosmographen auch mit Themen aus der Geologie, Geographie und Astronomie. Der wohl bekannteste Kosmograph ist Leonardo da Vinci. „Cosmographia“ ist die lateinische Form des griechischen Wortes „kosmographía“, welches übersetzt Weltbeschreibung bedeutet.

Schon früh beschäftigte sich Sebastian Münster, der 1489 geboren wurde, mit der Idee, eine Beschreibung der Welt zu verfassen. Er studierte neben Theologie, Altgriechisch, Hebräisch, Mathematik, Geographie auch das Fach Kosmographie. Nach einer Vorarbeit von über 18 Jahren und der Mitarbeit von mehr als 120 Personen, die ihm Karten und Reisebeschreibungen zukommen ließen, veröffentlichte Münster 1544 die „Cosmographia. Sie ist das Hauptwerk Münsters und der Höhepunkt seiner, mehr als 70 Werke umfassenden, Bibliographie. Viele seiner Werke wurden in mehreren Auflagen verlegt. Dies unterstreicht die Prominenz von Münsters Werken. Münster hielt die Erkenntnisse der Wissenschaft für Allgemeingut und wollte auch eine möglichst große Leserschaft erreichen und veröffentlichte daher die „Cosmographia zuerst auf Deutsch und nicht auf Lateinisch, die zu der Zeit die Sprache der Gelehrten war. Sie war die erste, ausführliche und volkstümliche Weltbeschreibung in deutscher Sprache.

Illustration in der Cosmographia (Signatur: XIII 33 s)

Illustration in der Cosmographia (Signatur: XIII 33 s)

Münster lebte im Zeitalter der Entdeckungen. Magellan, Marco Polo und Kolumbus entdecken die „Neue Welt“. Das Bedürfnis nach Wissen über diese Welt in Übersee nahm immer mehr zu. Mit der „…Cosmographia, das Wissen von der Welt in einem einzigen Buch…“ (s. Günther Wessel 2004, S. 17) ging Münster auf dieses Bedürfnis ein.
Im Gegensatz zu den schon erschienenen Kosmographien, wie zum Beispiel von Johannes Böhm und Sebastian Franck, enthielt Münsters Kosmographie Karten und Holzschnitte mit Stadtansichten, Porträts, aber auch Darstellungen von Ungeheuern und Fabeltieren. Die Illustrationen sollten den Leser unterhalten. Zu den bekanntesten Zeichnern und Holzschneidern gehören unter anderem: Hans R. M. Deutsch, Jakob Clauser, Christoph Stimme, Heinrich Holzmüller, Martin Hoffmann und Urs Graf der Ältere.

Die Cosmographia der Bibliotheca Johannei

Ausgaben der Cosmographia

Inhalte der Cosmographia