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Ausgaben der Cosmographia

Die erste Ausgabe der „Cosmographia“ erschien 1544 zur Herbstbuchmesse in Frankfurt. Sie enthielt noch viele Fehler und Auslassungen, sollte aber vor der Konkurrenz auf der Messe erscheinen. Zu dieser Zeit kostete die „Cosmographia“ zirka 1,5 Gulden, was recht teuer war. Dennoch verkaufte sich das Buch sehr gut und die erste Ausgabe war schnell vergriffen. Dies unterstreicht die Popularität des Werkes und das hohe Bildungsinteresse der Bürger zu dieser Zeit. Es kommt aber auch hinzu, dass einzelne Auflagen im 16. Jhd. recht geringe Stückzahlen aufwiesen. Die Auflagen waren also wesentlich schneller vergriffen, als zu heutigen Zeiten.

Nur ein Jahr später folgte die zweite Ausgabe. Satt 660 Textseiten besitzt sie nun über 750 Textseiten und 28 statt 24 doppelseitige Karten. Auch bei den Holzschnitten wurden etwa 200 zu den ca. 500 Holzschnitten der ersten Ausgabe hinzugefügt. 1550 erschienen eine deutsche und einen lateinische Ausgabe der „Cosmographia“. die lateinische „Cosmographiae universalis“ wurde genau wie die deutsche Ausgabe, mit einer Auflage von 1800 Exemplaren gedruckt. Die Ausgaben enthalten 14 Doppelseitige Karten, etwa 40 mehrseitige Städteansichten und über 900 Holzschnitte im Textteil, die von namenhaften Künstlern geschaffen worden sind. Mit den Städteansichten zeigte Münster etwas ganz Neues. Etwas Vergleichbares gab es in dieser Zeit nur in der „Schedelschen Weltchronik“ von Hartmann Schedel. Münster wird erstmals auch in seinem Werk abgebildet und zeigt sich als Gelehrter mit einem Buch in der Hand.

Münster arbeitete stetig an der Verbesserung und Erweiterung der „Cosmographia“, um das einheitliche Bild der Städte und die Doppelungen der Holzschnitte zu vermeiden und möglichst den jeweiligen Kenntnisstand der Zeit zu gewährleisten. Bis zu seinem Tod am 26.05.1552, erschienen von Münster selbst ergänzte und berichtigte Ausgaben der „Cosmographia“. Die Änderungen der nachfolgenden Ausgaben stammen nicht mehr aus Münsters Hand. Die Ausgaben wuchsen stetig in Umfang und Detailreichtum: Hatte die erste Ausgabe noch 660 Textseiten umfasst die letzte Ausgabe der „Cosmographia“ über 1700 Textseiten.

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Titelblatt der Cosmographia (Signatur: XIII 33 s)

Titelblatt der Cosmographia (Signatur: XIII 33 s)

Unterschiede zwischen den insgesamt 46 Ausgaben ergeben sich nicht nur im Umfang, sondern auch bei dem Titel des Werkes. Die Ausgaben von 1544 bis 1548 und von 1615 bis 1628 wurden unter dem lateinischen Titel „Cosmographia“ verlegt, während in den Ausgaben von 1550 bis 1614 das Werk mit dem deutschen Namen „Cosmographei“ oder „Cosmographey“ betitelt wurden. Auch die Unterteilung der „Cosmographia“ in sechs Bücher wurde von 1614 bis 1628 in neun Bücher geändert.

Verlegt und gedruckt wurde die „Cosmographia“ bei der Familie Petri in Basel. Hier wurden etwa 70 000 Exemplare in 6 verschiedenen Sprachen gedruckt. Der große Erfolg der „Cosmographia“ kann durch die 46 erschienenen Ausgaben und mehrere Faksimile Ausgaben belegt werden. Der 30 jährigen Krieg und andere konkurrierende Kosmographien bewirken, dass 1628 die letzte Auflage in Druck ging. Dennoch stand die „Cosmographia“ über ein Jahrhundert in vielen Bibliotheken und galt als Haus- und Familienbuch.

Laut der Bibliotheca Rara Verlagsgesellschaft wird der Wert der „Cosmographia“, je nach Zustand und Ausgabe, im Jahr 2012 auf 10 000 bis 30 000 Euro geschätzt.