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Die Holzschnitte

Niemals zuvor sind im altdeutschen Holzschnitt die Landschaft, der Innenraum, das Straßenbild, der Bauernhof, … das Dickicht eines Gebüschs. Die weite Fläche des Meeres als solche die Hauptmotive von Bildern gewesen und mit so erstaunlicher Überzeugungskraft wiedergegeben worden.” F. Winkler 1913

Obwohl die Meinungen der Forschenden hierzu nicht eindeutig sind, werden die meisten Holzschnitte Dürer zugeschrieben. Der in Nürnberg geborene Albrecht Dürer begab sich von Ostern 1490 bis Pfingsten 1494 auf Wanderschaft an den Oberrhein. Dabei hielt er sich vermutlich ab 1491 in Basel auf, wo der Zwanzigjährige auch Holzschnitte für das Narrenschiff fertigte. Wegen der sich ausbreitenden Pest, verließ er wohl zum Herbst/Winter 1492 die Stadt. Er war nicht wie etwa Handwerksmeister oder Gesellen zum Verbleiben gezwungen. Dies kann erklären, warum nicht alle Illustrationen von Dürer sind. Verschiedene – meist minderwertige – werden anderen Künstlern zugeschrieben. Auch weil teilweise auf diesen das Datum 1494 zu finden ist.

Von der Habgier

Von der Habgier

Zwei Männer mit (Wander-)Stöcken bitten einen Reichen, der einen Teil seiner Schätze auf dem Tisch ausgebreitet hat, mit den Worten „gnad her“ um eine Gabe. Dieser zeigt sich jedoch ungerührt und abweisend; wer gehört zu den Narren, die all ihr Sinnen und Trachten auf irdischen Reichtum richten und darüber nicht an ihr Seelenheil denken. Auffälligerweise tragen auch die Bittsteller Narrenkappen. Entweder ist dies ein Versehen, oder es soll damit ihre Torheit angedeutet werden, von diesem Manne eine Gabe zu erwarten.

Von falschen Vorstellungen über Gott

Von falschen Vorstellungen über Gott

Beispiel eines Dürer zugeschriebenen Holzschnittes:

Ein Narr mit einem Pferdejoch auf dem Nacken und einem Töpfchen mit Eselschmalz (Symbol der Gaukelei und des Selbstbetrugs), das ihm an einem Band um den Hals hängt, geht auf einen Trog zu, aus dem Gänse und Schweine fressen. „Den Verstand dieser Tiere habe derjenige, der sich auf Gottes Barmherzigkeit verlässt und nicht bedenkt, dass er auch gerecht richten wird.“