Skip to content

Geschichte

Die umfangreichste Untergruppe der Hamburgensien ist die Geschichte mit 776 Titeln, davon 34 aus dem 17. Jahrhundert und 81 aus dem 18. Jahrhundert. Besondere Ereignisse der Hamburger Geschichte wie z.B. der große Brand von 1842 oder die Choleraepidemie im Jahr 1892, sind gleich durch mehrere Werke vertreten.

Der ältestes Titel der Bestandgruppe befasst sich mit dem Interims-Recess von 1679 zwischen Dänemark, Norwegen und Hamburg. Der sog. Interim-Recess zu Pinneberg wurde am 01.11.1679 zwischen Hamburg und Dänemark beschlossen. Dieser bewirkte einen kurzfristigen Waffenstillstand in den lang andauernden Bestrebungen Hamburgs, sich aus der von Dänemark beanspruchten Oberhoheit zu lösen. Der Interims-Recess legte fest, dass die Frage der Hamburger Reichsunmittelbarkeit bis zur gerichtlichen Klärung in der Schwebe bliebe. Christian V., König von Dänemark, hatte zu der Zeit Truppen gegen die Stadt Hamburg mobilisiert. Hamburg verpflichtete sich zur Zahlung von 220.000 Reichstalern. Erst 1768 wurde in dem Gottorper Vergleich die Reichsunmittelbarkeit anerkannt.

Werkauswahl

    Faulwasser, Julius: Der Große Brand

    Faulwasser, Julius: Der Große Brand

  • Faulwasser, Julius: Der große Brand und der Wiederaufbau von Hamburg: Ein Denkmal zu den fünfzigjährigen Erinnerungstagen des 5. bis 8. Mai 1842. Im Auftrag des Architekt- und Innungsvereins unter Benutzung amtlicher Quellen. Hamburg, 1892. 140 S., 18 Abb. (Sign. XXI 41m). Das Johanneum besitzt 3 Exemplare. In dem Werk schildert Julius Faulwasser den Großen Brand von 1842 und den darauf folgenden Wiederaufbau von Hamburg. Faulwasser, der am 17. Januar 1855 in Hamburg geboren wurde, war Architekt, Bauhistoriker und Schriftsteller. Am 08. Dezember 1944 starb Faulwasser in Breslau und wurde auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg beigesetzt.

  • Borchert, Albert: Das lustige alte Hamburg. Scherze, Sitten und Gebräuche unserer Väter. 3 Aufl.- Hamburg, 1890. (Sign. XXI 31 m). In diesem Werk wird u.a. über komische Straßenfiguren berichtet, die stets zu den Eigentümlichkeiten einer Stadt gehörten. Meist waren es eigenwillige und schrullige Personen, die im Stadtbild auffielen und die meistens auch auffallen wollten. Wie im folgenden Auszug von Händlern zu lesende Eigenheiten:

    Borchert, Albert: Das lustige alte Hamburg

    Borchert, Albert: Das lustige alte Hamburg

    Wenn Händler durch die Straßen zogen, riefen sie laut ihre Waren aus, um die Kundschaft aus den Häusern zu locken. Diese Ausrufe waren oft ein typischer, leicht wiederzuerkennender Singsang. Der Bauer, der mit Pfeifenreinigern und den zur Vertreibung der Katzen beliebten Hülsen hausierte, benutzte den Ruf „HÜLS OK HÜLS , PIPENREI —– MERS!!!“
    Da er aber mit kräftiger, voller Kehle überlaut rief, hat er die Hausfrauen meistens furchtbar erschreckt und blieb in unliebsamer Erinnerung.
    Dagegen gut bekannt und beliebt bei den Hamburgern war Krohn mit seinem Wasserwagen. Sein Ausruf lautete : „WATER, FRISCH WATER!“
    Allerdings hatte er die Angewohnheit, seinen Ausruf durch Unterhaltungen mit den Vorübergehenden zu unterbrechen, etwa so : „WA
    – Na, Nachbarin, auch hier ? – TER, FRISCH – schönes Wetter heut morgen, nicht ? – WA – aber es will ja noch nicht so richtig grün werden – TER !!!“ Viele Jahre hat er auf diese Weise das Straßenpublikum erheitert, bis er 1869 im Alter von 98 Jahren starb.