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17. Jahrhundert

Die Sammlung wächst
Im 17. Jahrhundert änderte sich die Bezeichnung der Bibliothek von „lybrye“ zu „liberey“. Im Jahre 1610 beauftragte der Senat Sebastian von Bergen, Bücher für die „Kloster-Liberey“ zu sammeln. „Von Senatoren, Gelehrten, Kaufleuten und Zünften nahm er Geld- und Buechergeschenke entgegen.“ (Kurig 1979, S. 95) Um den Bestand und die Spenden zu verzeichnen, ließ von Bergen einen handschriftlichen Katalog, den Index Bibliothecae Scholae S. Ioannis erstellen, der noch in einer Kopie im Besitz der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky erhalten ist.

In den Büchern, die der Bibliothek gestiftet wurden, trug von Bergen den Namen des Stifters ein. Damit sollte diesem Dank geschuldet werden und andere anreizen, ebenfalls Bücher zu stiften. Die Bücher standen in den Klassenräumen der Prima, über der Tür stand die Inschrift: „A. 1610 Bibliotheca Scholae S. Johannis in honorem Trisagii Numinis auspicis…Sebastiani a Bergen….feliciter instituta, aucta, ornata.“ Nach seinem Tod vermachte von Bergen der Bibliothek seine Privatbibliothek und 300 Mark, die in jährlichen Raten von 30 Mark ausgezahlt wurden.

Da der wachsende Bestand der Bibliothek, der zunehmend um die Fächer Französisch, Englisch, Mathematik, Naturwissenschaft und Philosophie erweitert wurde, eine Aufstellung in den Klassenzimmern bald unmöglich machte, bekam sie ab 1648 einen eigenen Raum. Dieser befand sich über dem Hörsaal der Gelehrtenschule und wurde bis dahin von den Nonnen des Johannisklosters, die sich nur ungern von dem Raum trennten, zum Wäschetrocknen genutzt. Im selben Jahr öffnete der Direktor Joachim Jungius die Bibliothek für die Bürger der Stadt.

weitere Informationen zum Index Bibliothecae Scholae S. Ioannis