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19. Jahrhundert

Der Neubau der Bibliotheksräume
Seit 1801 vergrößerte sich der Bestand stetig weiter, weil der Staat Geld zur Verfügung stellte. Hinzu kamen weitere Buchgeschenke. Doch der Raum wurde knapp und 1802 wurde die ehemalige „Rectoratswohnung“, die sich neben der Bibliothek befand, als Bibliotheksraum mitgenutzt. Allerdings reichte auch dieser Platz nicht aus, um alle Bücher vernünftig aufstellen zu können. Hinzu kam, dass die Schülerzahlen anstiegen.

1825 wird der Neubau der Gelehrtenschule des Johanneum am damaligen Domplatz (heute Speersort) angeregt, der Baubeginn war 1837. Die Büchersäle der neuen Bibliotheksräume fassten 20.000 Bände, der Bestand umfasste 15.000. Die Aufstellung erfolgte nach den sieben Hauptthemen des Bestandes: Philosophie, Naturwissenschaft/Medizin, Geschichte, Jura/Rechtswissenschaft, literatur-historische Bestände, Theologie und Philologie. Für jedes dieser Themen war ein eigener Büchersaal vorgesehen. Des Weiteren gab es unter dem Dach weitere kleine Räume, in denen noch nicht eingeordnete Werke und aussortierte Dubletten lagerten. Die großen Räumlichkeiten, die jetzt entstanden, ermöglichten eine neue Aufstellung für die Bücher, deshalb musste auch ein neuer Realkatalog erstellt werden.

Johannes Classen bewirkte 1866, dass der Bibliothek jährlich ein „Etat“ von 400 M zur Verfügung stand. Drei Lehrer von der Lehrerkonferenz wurden mit der Beschaffung der Bücher betraut und ein Lehrer übernahm die Funktion des Bibliotheksverwalters. Den Grund, Lehrer mit der Bibliotheksarbeit zu betrauen, sah Classen im pädagogischen Nutzen der Bibliothek. Der Bestand wuchs in dieser Zeit auf 30.000 Bände an.

In dieser Zeit wurden die Bestände systematisch geordnet und in 23 Abteilungen sortiert. Diese wurden nach der Wichtigkeit des Schulfaches geordnet und fing somit in Abteilung 1 mit der griechischen Literatur an. Im Jahre 1872 wurde ein Bücherverzeichnis erstellt, außerdem gab es eine Bibliotheksordnung, die die Ausleihe regelte.