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Stiftungen für die Bibliothek

Stiftungen haben in Deutschland eine lange und beständige Tradition. Schon im Mittelalter spendeten die Menschen für mildtätige Zwecke oder andere Dinge, die sie unterstützen wollten. Nicht selten hatten die Spender dabei das eigene Seelenheil im Kopf oder wollten ihr Andenken über den Tod hinaus bewahren, zum Beispiel durch das Stiften von Memorien (so genannte Memorien-Stiftungen).

Gerade Bibliotheken haben schon immer von Stiftungen und Schenkungen profitiert. Viele Bibliotheken verdankten ihre Entstehung damals überhaupt nur großzügigen Stiftungen. So entstanden die Bibliotheken des alten Griechenlands meist aus Privatspenden und im alten Rom oft auch als kaiserliche Stiftung. Des Weiteren ist es seit je her üblich, dass auch Privatleute Bibliotheken in der Erweiterung ihres Bestands unterstützen. Die Bibliotheken profitieren dabei von ihrem Ruf als Bildungsstätte und Ort des Wissens, den es zu fördern und zu bewahren gilt. Dazu erhalten sie meist Geld- und Buchspenden. Manchmal vermachen Menschen auch ihre gesamten privaten Sammlungen einer Bibliothek, weil sie um deren Erhalt nach ihrem Tod fürchten. Gerade im 18. Jahrhundert entstanden in Deutschland viele Privatbibliotheken, die oft nach dem Tod des Besitzers an eine Bibliothek übergingen.

Johannes Bertheau war ab 1907 Lehrer am Johanneum. Er hinterließ der Johanneums-Bibliothek seine gesamte Provatbibliothek.

Johannes Bertheau war ab 1907 Lehrer am Johanneum. Er hinterließ der Johanneums-Bibliothek seine gesamte Provatbibliothek.

Die meisten Spender der Johanneums-Bibliothek hatten einen persönlichen Bezug zu dem Johanneum. Sie waren entweder ehemalige Schüler, die sich bis zu ihrem Tod sehr verbunden mit ihrem Gymnasium fühlten, oder Lehrer und Rektoren, die an dem Johanneum unterrichtet hatten und es mit ihrem Nachlass weiter unterstützen wollten.

In dem Nachlass von Bertheau fanden sich auch Werke von Horaz in der Ausgabe von John Pine mit gestochenem Text, Vignetten und Abbildungen.

Ein Werkausgabe von Horaz aus dem Nachlass von Bertheau (Ausgabe von John Pine mit gestochenem Text, Vignetten und Abbildungen aus dem Jahr 1733)

Die Bibliothek des Johanneums konnte sich im Laufe der Jahrhunderte über zahlreiche Spenden wertvoller und bedeutender Werke freuen. Die Bibliothek des Johanneums erhielt Buchspenden aus den verschiedensten Fächern der Wissenschaft und ist deswegen breit gefächert aufgestellt. Die meisten Spenden kamen aus dem Bereich der Geisteswissenschaften. Vor allen Dingen die Bestandsgruppen: Griechische Literatur, Latein, Deutsche Literatur, Geschichte, Theologie und Philosophie sind sehr umfangreich. Auch viele Enzyklopädien wurden gestiftet. Die Naturwissenschaften sind dagegen eher schlecht repräsentiert.