Skip to content

Studentenzeit

Ullrichs Studium fällt in die Zeit der Befreiungkriege, einen Teil der napoleonischen Kriege, in denen sich u.a. Deutschland von den französichen Truppen befreite. Während seines Studiums in Göttingen,  dessen Universität er 1814-16 besuchte, wurde der Theologie- und Philologiestudent Ullrich u.a vom bekannten Vermittlugnstheologen  Friedrich Lücke beeinflußt. Als Ullrich 1816 aufgrund der neuen Gesetzeslage sein Studium an einer bayerischen Hochschule fortzusetzen musste, wendete er sich an der Universität Erlangen verstärkt dem philologischen Studium zu. Dort lernte er auch den radikalen Burschenschaftler Karl Ludwig Sand kennen, der drei Jahre später den populären Schriftsteller August von Kotzebue ermordete. Zusammen mit Sand wurde Ullrich im Juni 1816 in die Burschenschaft „Landsmannschaft der Franken“ aufgenommen. Da diese  jedoch in den Augen von Sand zu wenig radikal war, gründete er gemeinsam mit Ullrich im August 1816 die Erlangener Buschenschaft. Danach löste sich die Verbindung der beiden Theologiestudenten bald auf. Ullrich ging im Frühjahr 1817 nach Berlin und Sand mit einem Weggefährten auf Reisen, um später in Jena weiter zu studieren. Als Sand im März 1819 Koetzebue ermordete, war der Kontakt bereits abgerissen.

Durch die Erlaubnis des bayerischen Ministers Maximilian von Montgelas bekam Ulrich 1817 die Möglichkeit, sein Studium in Berlin fortzusetzen und wurde durch die Empfehlung eines Professors als ordentliches Mitglied in August Boeckhs philologisches Seminar aufgenommen. In Berlin hörte Ullrich nur noch philologische Seminare und lernte dort u.a. auch das Bildungskonzept von Friedrich August Wolf kennen, das für seine spätere Karriere am Johanneum bedeutend war.