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Zeit in Berlin

Nach seinem Studium, das Ullrich zu Ostern 1818 in Berlin abschloss, beabsichtigte er, sich einer Universitätslaufbahn zu widmen, und erhielt dafür auch die Zustimmung von Seiten seiner Professoren, u.a. Boeckh und Hegel. Zunächst nahm er allerdings eine Stelle an der Königlichen Bibliothek in Berlin an, um sich „den Vorteil einer ausgebreiteten literarischen Orientierung in den Wissenschaften“ zu erwerben. Er wirkte dort ab dem 1. Juni 1818 bis zum 1. Juli 1820 und bekam nach seiner Dienstbeendigung von dem Bibliotheksleiter Wilken bescheinigt, dass sich „seine ausgezeichneten Talente und Kenntnisse vielfältig bewährt haben“.

Nach dieser Tätigkeit widmete Ullrich sich seiner Dissertation über die Proxenie im antiken Griechenland, die er am 22. August 1822 mit dem Titel „Dr. phil.“ abschloss. Danach lehrte er als Privatdozent an der Berliner Universität. Nebenbei unterrichtete er im Wintersemester 1821/22 am Friedrich Wilhelms Gymnasium und im Sommersemester 1822 am Friedrich Werderschen Gymnasium.

Bereits vor Abschluss seiner Promotion im März 1822 bewarb sich Ullrich erstmalig um eine Lehrstelle am Hamburger Johanneum. Der damalige Schulleiter Johannes Gurlitt lehnte das Ersuchen trotz guter Reputationen aber mit folgenden Worten ab: „Ein junger Gelehrter könne den griechischen Meistern nicht Genüge tun“. Anlässlich einer frei gewordenen Professorenstelle am Johanneum verfasste Ullrich erneut ein Bewerbungsschreiben im Dezember desselben Jahres und sandte es dieses Mal direkt an das Scholarchat zu Hamburg.  Am 23. März 1823 wurde er dann zum Professor am Johanneum gewählt.

Ullrichs Dissertation

Ullrichs Dissertation "Disquisitionis de proxenia sive public apud Graecos hospitio" (Berlin 1822)