Skip to content

Sebastian von Bergen

Sebastian-von-BergenDie erste große Spendenaktion zur Erweiterung des Bibliotheksbestandes wurde 1610 vom Senator und späteren Bürgermeister Sebastian von Bergen (1554-1623) initiiert, der selbst als Schüler das Johanneum besucht hatte. Er ließ sich vom Senat ermächtigen, Buch- und Geldspenden für die Bibliothek des Johanneums zu sammeln. Spender waren Senatoren, wohlhabende Privatleute und am häufigsten ganze Zünfte. Sebastian von Bergen bemühte sich bis zu seinem Tod, den Bestand der Johanneumsbibliothek zu erweitern. Er hatte jedoch nicht vorgesehen, dass auch seine gesamte Privatbibliothek nach seinem
Tod in den Besitz derselbigen übergehen sollte.

Von Bergen starb 1623 und vermachte der Johanneums-Bibliothek in seinem Testament eine Summe von 300 Mark, die in jährlichen Raten von 30 Mark ausgezahlt wurde. Seine eigene Bibliothek, die in dem schriftlichen Inventarium seines Nachlasses auf einen Wert von 1000 Mark festgesetzt wurde, sollte jedoch gewinnbringend für seine Erben verkauft werden. Doch dazu sollte es nie kommen. Von Bergen starb, bevor die Reinschrift des Testaments fertig war und von ihm unterzeichnet werden konnte. Hinzu kam, dass von Bergen ein gemeinsames Testament für sich und seine Frau verfasst hatte und seine Frau sich immer geweigert hatte, dieses zu unterzeichnen. Nach dem Tod ihres Ehemanns blieb Frau von Bergen im Besitz der Bücher und leugnete die Gültigkeit des Testaments. Bald darauf heiratete sie den Juristen Friedrich Lindenbrog, der sie in ihrem Anliegen unterstützte. Es kam zu einem langwierigen Rechtsstreit um das Erbe. Kläger waren zum einen Vertreter der Hamburger Kirchen (die so genannten Oberalten), die das Erbe für gemeinnützige Zwecke nutzen wollten und die Erben von Sebastian von Bergen: Reinhold und Engel von Bergen. Der Prozess zog sich über Jahre hin und war auch nach dem Tod von Lindenbrog 1648 noch nicht entschieden. Schließlich kam es jedoch zu einer Einigung der Erben. Es wurde entschieden, dass die Bibliothek in den Bestand des Johanneums übergehen sollte, die sich schon kurz zuvor über das Erbe der umfangreichen Bibliothek von Friedrich Lindenbrog hatte freuen können.