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Buchschäden

Das Papier und die Einbände von Büchern unterliegen  einem natürlichen Alterungsprozess, so dass nach jahrelanger intensiver Nutzung häufig mechanische Defekte der Einbände und der Buchheftung, aber auch biologische und chemische Schäden wie Papierzerfall, Tintenfraß, Bakterienbefall und Schimmelbildung auftreten.

mechanische-Schäden

Regalansicht mit beschädigten Buchrücken

Mechanische Schäden
Die Benutzung von Büchern stellt immer einen Schadensfaktor dar, weil über die Jahre Abnutzungserscheinungen auftreten. Seiten können beim Umblättern einreißen oder zu stark angefeuchtet werden. Häufig wird auch das Buch zu weit geöffnet, so dass der Buchblock brechen kann und sich Seiten lösen, wenn die Bindung beschädigt ist. Auch kommt es regelmäßig zu Verschmutzungen und eingerissenen Buchrücken, wenn die Bände unsachgemäßig aus dem Regel entnommen werden. Doch da die Bibliotheca Johannei jahrzehntelang in einer Art Schneewittchenschlaf verweilte und nur wenige Personen des Lehrpersonals Zutritt hatten, halten sich die Schäden insgesamt in Grenzen.

Buch mit starkem Schimmelbefall

Buch mit starkem Schimmelbefal

Schimmelbefall
Aufgrund des guten Klimas, das in der Bibliotheca Johannei herrscht, gibt es kaum Bücher, die vom Schimmel befallen sind. In der Bibliotheca Johannei herrscht eine optimale und konstante Temperatur zwischen 18°C und 20°C und aufgrund der eingebauten Lüftungsschächte ist die Luftfeuchtigkeit ideal für die Aufbewahrung von Büchern aus Papier und für Pergamenteinbände. Lediglich ein kleiner Teil des Bestandes weist starke Schimmelschäden auf, da im 2.Weltkrieg eine Bombe ins Johanneum einschlug und das daraus resultierende Feuer mit Wasser gelöscht wurde, das die Bücher stark beschädigte. Die Wassereinwirkung führte zu Verklebungen des Papiers und Verwerfungen der Einbände. Außerdem wurden die Bücher nicht sorgfältig getrocknet, so dass die Bildung von Schimmel einsetzte. Die Luft enthält grundsätzlich Schimmelpilzsporen, die sich sofort ansiedeln, wenn Feuchtigkeit, Schmutz und Staub den Sporen einen optimalen Nährboden bieten. Mit ihrem Wachstum zerstören die Pilze das Papier, weil sie sich von bestimmten Bestandteilen ernähren und sie chemisch umwandeln. Bei anderen Büchern des Bestandes im Johanneum reicht die Feuchtigkeit nicht aus, damit sich die Schimmelpilze ausbilden können. Hier entstehen aber häufig die sogenannten Stockflecken, die durch das Wachstum der fadenförmigen Zellen von Pilzen (Mycelwachstum) auftreten.