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mechanische Schäden

Mechanische Schäden kommen im Bestand der Bibliotheca Johannei am häufigsten vor. In zahlreichen der alten Bücher müssen Risse und Fehlstellen im Papier restauriert werden. Dabei wird das zu behandelnde Blatt  auf ein Feinsieb gelegt und eine Papierfaser-Suspension zugeführt. Mit Unterdruck wird die Suspension an die Fehlstellen des Originalblattes gesaugt. Wenn das Wasser dann abfließt, verfasert die Suspension mit dem alten Papier. Zudem sind viele Ecken und Kanten durch die häufige Benutzung der Bücher beschädigt oder abgerissen. Auch diese Stellen müssen wieder mit Papier unterlegt werden, um eine fortschreitende Abnutzung zu vermeiden und die Ecken und Kanten zu stabilisieren. Ferner weisen einige Bücher lose Blätter auf, die wieder einzufügen sind.

Viele Buchrücken im Bestand der alten Hauptbibliothek sind ebenfalls beschädigt, z.B. im Falz gerissen. Bei kunstvollen Rücken, die Einbandschmuck aufweisen, empfiehlt sich eine Falzrestaurierung, um den verzierten Rücken zu erhalten. Bei anderen Büchern ist eine Rekonstruktion des gesamten Einbandes oder die Anfertigung neuer Lederbände unter Beibehaltung möglichst vieler originaler Substanzen angebracht. Einbandschäden in Form von Fehlstellen werden durch Ergänzung mit neuem Leder behandelt. Hierbei wird das alte Leder von den Deckeln abgehoben und das neue Leder untergeschoben. Um einen guten und haltbaren Übergang zu erreichen, werden altes und neues Leder an den Rändern ausgeschärft oder ausgeschliffen.

Ledereinband

Viele Ledereinbände müssen lediglich gepflegt werden. Dies beinhaltet insbesondere die Reinigung, Neutralisierung und Stabilisierung des Leders. Die anschließende Zufuhr von Fettsubstanzen erhöht die Elastizität des Leders und wirkt stabilisierend. Die Lederpflege wird auch aus Gründen der aktiven Konservierung von Büchern eingesetzt. Der Zustand des Buches soll dabei für die Zukunft bewahrt und natürliche Abbauprozesse verlangsamt werden.