Skip to content

Säurefraß

Wie auch in vielen anderen Bibliotheken sind zahlreiche Bücher im Bestand des Johanneums vom sog. Säurefraß betroffen, d.h. dass das Papier in den Büchern aufgrund der im letzten Jahrhundert üblichen Leimung einen zu sauren pH-Wert aufweist. Ursächlich sind Schwefelsäuren, die im Papier die Molekülketten der Zellulose zerfressen.

Um den Säurefraß aufzuhalten und die Bücher zu erhalten, müssen sie entsäuert und die Papierfasern neu gefestigt werden. Einzelne Blätter können dazu in einem Tauchbecken nassentsäuert oder mit einem Spray besprüht werden. Anschließend wird eine alkalische Reserve in das Papier eingebracht und durch Nachleimen stabilisiert. Reicht diese Maßnahme nicht aus, kann das Papier auch gespalten und mit einem neuen Kern versehen werden. Diese Methode ist aber sehr aufwendig und nicht für eine massenhafte Bearbeitung geeignet. Daneben gibt es noch weitere Möglichkeiten wie das Bückeburger Verfahren oder Paper-Save-Verfahren, bei denen die zu entsäuernden Objekte vollständig in ein flüssiges Entsäuerungsmedium eingetaucht werden.