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Schriftarten

Schriften gibt es in unzähligen Varianten. Die Schriftkunde, auch Paläographie genannt, ist ein selbständiger Forschungszweig der historischen Hilfswissenschaften. Beim Lesen alter Werke bereiten insbesondere die gebrochenen Schriften Probleme, die nicht die heutzutage üblichen Rundungen aufweisen. Da die gebrochenen Schriften insbesondere im deutschsprachigen Raum beliebt waren und sich im Johanneum zahlreiche Werke finden, deren Lektüre etwas Erfahrung und Übung bedarf, werden im Folgenden die gebräuchlichsten altdeutschen Schriftarten vorgestellt:

Auswahl altdeutscher Druckschriften:

Auswahl altdeutscher Schreibschriften:


Handschrift

Handschrift des 19. Jahrhunderts aus den Beständen des Johanneums

Antiqua




Im Gegensatz zu den gebrochenen Schriften wurden für lateinische Text oft Antiqua-Schriften verwendet, die mit ihren gerundeten Bögen aus den altrömischen Kapitalschriften hervorgegagen sind. Es gab jedoch damals auch deutschsprachige Werke, die in der Antiqua abgedruckt wurden, beispielsweise die Werke von Christoph Martin Wieland, einem deutschen Dichter, Übersetzer und Herausgeber, dessen Werke auch in der Bibliothek des Johanneums präsent sind. Die Verwendung der „richtigen“ Schrift führte oft zu Streitigkeiten. Der sog. Antiqua-Fraktur-Streit gilt als politische Auseinandersetzung des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Aufgrund der Schrifterlasse von 1941 haben sich nach dem Zweiten Weltkrieg die Antiqua-Schriften und lateinischen Schreibschriften auch in Deutschland durchgesetzt.