Skip to content

Kurrentschrift

dtkurrentschrift




Die deutsche Kurrentschrift ist eine sogenannte Laufschrift. Das bedeutet, dass sie schnell geschrieben werden kann (lat. von currere = laufen).

Vom 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert war sie die gebräuchliche Verkehrsschrift der Deutschen. Doch schon im 16. Jahrhundert, als die deutschen Schreibschulen immer mehr an Bedeutung gewannen, wurde diese Schrift entwickelt. Die Kurrent konnte man zur damaligen Zeit schnell schreiben und noch gut lesen. Sie trat in verschiedenen Varianten auf. Neben der Grundform, deren Buchstaben nach links geneigt waren, gab es noch eine nach rechts geneigte Variante, eine Variante mit gewundenen, geschweiften Schäften und  eine Variante, bei der Ein- bzw. Ausgänge gerundet waren.

Auch wenn zu Beginn darauf geachtet wurde, dass die Kurrent gut lesbar sein sollte, erwies es sich später durch die Verspieltheit und die individuelle Federführung der Kalligraphen als schwierig, diese Schrift zu lesen. Einige Großbuchstaben, auch Majuskeln genannt, waren besonders nach schnellem Schreiben leicht zu verwechseln, beispielsweise das „K“ und das „R“. Mit der heute gebräuchlichen, lateinischen Schrift, ist bei der Kurrent nur das große J, L und O identisch. Bei den Minuskeln, also den Kleinbuchstaben, lassen sich das b, das f, das j, das l, das o und das ß mit unserer heutigen lateinischen Schrift vergleichen. Alle anderen Buchstaben im Alphabet der Kurrentschrift sind für uns heute nur schwer zu erfassen. Außerdem beinhaltet das Alphabet der Kurrent einen Buchstaben mehr, da zwischen dem „langen-S“ und dem „Schluss-S“ (oder auch „rundes S“ genannt) unterschieden wird.

In der Bibliohek der Gelehrtenschule des Johanneums befinden sich diverse Handschriften in Kurrentschrift, u.a. im Archiv des Wissenschaftlichen Vereins, in dem auch der Lyriker Friedrich Hebbel Mitglied war.

Archiv des wiss. Vereins

Archiv des wissenschaftlichen Vereins, Deutsche Arbeiten nebst Kritiken, Band 51, Jahrgang 1859-61

———-
„Kritik zu H.L. Schrader’s Aufsatz:
Über das Recht politischer Verträge

Schraders Aufsatz, (* der sich als würdiger Dritter im Bunde an die beiden vorgehenden anschließt) was Fleiß, Styl und Gedankenfülle anlangt, zu loben, hieße Eulen nach Athen tragen, denn dem ganzen Vereine ist seine Tüchtigkeit bekannt und es ist wirklich schwer stylistische Fehler in seiner Arbeit aufzufinden. Aufgefallen ist mir nur, daß Schr. sich jetzt im Baue langer Sätze zu üben scheint, wie z.B. S. 10 wo ein Satz die ganze Seite einnimmt, wodurch die Klarheit bedeutend vermindert wird. Unklar wird auch der Aufsatz durch die häufig eingeschobenen Zwischensätze (z.B. S. 2, Z. 15) und man muß einen Satz häufig mehrmals lesen, ehe man den Sinn desselben findet, da die eingeschobenen Sätze nicht einmal durch Gedankenstriche von dem Hauptsatze getrennt sind.

Der Aufsatz selbst besteht aus vier Theilen:
I. Eine ziemliche lange Einleitung
II. Schr. versucht zu beweisen, die Verträge hätten keine bindende Kraft, nach dem, was er menschliches Recht nennt.
III. Es wird uns gezeigt, welche Unglück entstehen würde, wenn dieses menschliche Recht der Verträge zur Ausführung käme.
IV. Der Verf. nimmt das Meiste von dem im zweiten Theile Gesagten zurück.“