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Sütterlin

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Die Sütterlinschrift ist eine genormte Schulausgangsschrift, die 1911 von dem Berliner Grafiker Ludwig Sütterlin (1865-1917) entwickelt und erstmals 1914 als Versuchsprojekt und ab 1924 verbindlich in den preußischen Schulen eingeführt wurde. Gleichwohl gab es in Deutschland bis zum Erlass des Reichsministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung vom 07.09.1934 keine einheitliche deutsche Schreibschrift. Ein Beispiel für eine Abweichung ist die „Volksschrift“, oder auch „Verkehrsschrift“ genannt, die in bayerischen Schulen gelehrt wurde. Allerdings sind die Unterschiede zur Sütterlinschrift recht gering.

Fälschlicherweise wird oft auch die Kurrent oder die Offenbacher Schrift als Sütterlin bezeichnet, die sich jedoch u.a. durch einen geringeren Neigungswinkel unterscheidet. Außerdem ist das Schriftbild der Sütterlin runder als das der Kurrent. Die Kurrent ist insgesamt nicht mit Sütterlin zu vergleichen, da letztere, wie oben schon genannt, eine in Schulen gelehrte Schrift ist und es sich bei der Kurrent um eine alltägliche Handschrift handelt. Für den Laien sind die verschiedenen Schriftarten dennoch schwer zu unterscheiden, da die Buchstaben der Schriftarten gleichartig gestaltet sind.

Sütterlin war nur wenige Jahre in Gebrauch, denn ihre Anwendung wurde 1941 während der NS-Zeit untersagt und nach dem 2. Weltkrieg nur noch vereinzelt gelehrt, so dass die heutigen Generationen kaum noch in der Lage sind, die Handschriften ihrer Vorfahren zu lesen.

In der Bibliothek des Johanneums finden sich einzelne Schriftdokumente in Sütterlinschrift. So ist die Personalakte eines ehemaligen Lehrers an der Gelehrtenschule des Johanneums in Sütterlinschrift verfasst, wobei interessanterweise wichtige Textstellen wie Name, Daten oder Geburtsort in lateinischer Schrift geschrieben wurden.

Personalien, Puttfarken

Puttfarken, W., Personalien von 1913 - 1918

„Der Kandidat des höheren Schulamtes Herr Werner Heinrich Puttfarken, geboren den 9. September 1889 zu Hamburg, evangelischen Bekenntnisses, welcher nach dem Zeugnisse der wissenschaftlichen Prüfungs – Kommission zu Kiel vom 5ten Juli 1913 die wissenschaftliche Beförderung zum Unterrichten in der Philosophischen Propädeutik, im Lateinischen, Griechischen und in der Geschichte für die erste Stufe —— besitzt, hat zu seiner praktischen Ausbildung das Anleitungsjahr in der Zeit vom 1. Oktober 1913 bis 30. September 1914 an der Gelehrtenschule des Johanneums zu Hamburg und das Probejahr in der Zeit vom 1. Oktober 1914 bis 30. September 1915 an der Gelehrtenschule des Johanneums zu Hamburg abgeleistet.“