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Antike

Im 5. Jahrhundert v. Chr. bezeichnete der Begriff  „Enzyklopädie“ die universelle Bildung. Etwas später verstand man darunter die allgemeine Alltagsbildung, die auf die „wahre“ Bildung vorbereiten sollte.  Die ersten Werke waren systematisch geordneten und hatten den Charakter eines Sachbuches. Zu römischer Zeit war Marcus Terentius Varro (116 – 27 v. Chr.) einer der bekanntesten Enzyklopädisten. Die meisten seiner Werke sind leider verloren gegangen, darunter auch die beiden Enzyklopädien „Disciplinarum libri IX“ und „Hebdomades vel de imaginibus libri XV“.

Titelseite des Plinus‘ Naturalis Historiae (Ausgabe von 1778)

Gaius Plinius Secundus: Naturalis Historiae (Lipsiae 1778), Sig. II 311 ab

Ein weiterer wichtiger Enzyklopädist war Plinius der Ältere (23 -79 n. Chr). Er wurde durch seine  naturwissenschaftliche Enzyklopädie „Historia naturalis“ bekannt. Dieses ist auch das einzige seiner Werke, das erhalten geblieben ist. Es umfasst 37 Bücher mit den Themen Anthropologie, Arzneien aus Pflanzen- und Tiersubstanzen, Botanik, Ethnographie, Gartenbau, Geographie, Kosmologie, Kunstgeschichte, Medizin, Metallverarbeitung, menschliche Physiologie, Mineralogie, Schöne Künste und Zoologie. Nur die ersten zehn Bücher wurden zu Plinius‘ Lebzeiten um 77 n. Chr. veröffentlicht. Die restlichen folgten erst nach seinem Tode.

Die ersten drei Bände des Werkes in einer Ausgabe aus dem Jahr 1778 finden sich im Bestand der Bibliotheca Johannei und können auch in der Digitalfassung der Bayerischen Staatsbibliothek online eingesehen werden.