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Verwandte Begriffe

Agitation

Agitation kommt aus dem Lateinischen und bedeutet neben aufwiegeln auch schwenken, schütteln. Der Begriff wird hauptsächlich in der Politik verwendet und bezieht sich nicht ausschließlich auf geschriebene Werke. Agitation bedeutet Hetze, das Aufwiegeln anderer und ist zumeist abwertend gemeint. Oft geschieht die Manipulation anderer Personen auf aggressive Weise. In weniger abwertender Auslegung kann Agitation aber auch Motivation oder Ansporn sein.

Apologie

Apologie bedeutet Veteidigungsrede oder -schrift. Als Apologeten wurden Männer bezeichnet, die das Christentum gegen die Anklage von Nichtchristen verteidigten.

Beweisschriften

Hierbei handelt es sich um eine weitere Bedeutung des Begriffes Streitschrift. Johann Georg Krünitz (1728-1796) behandelt in seiner Oeconomischen Encyclopädie den Begriff Streitschrift sehr ausführlich. Jedoch wird der Ausdruck hier zum großen Teil im Sinne von Beweisschriften vor Gericht betrachtet. Er schreibt: “Es sind diejenigen Sätze der Partheyen, in welchen sie nach Eröffnung der Zeugenaussagen gegen einander ausführen, was bewiesen oder nicht bewiesen worden ist.” Es handelt sich bei Beweisschriften also um die zu Protokoll gegebenen Zeugenaussagen der beiden Parteien. Aus dem selben Text geht hervor, dass den Parteien teilweise mehrfach die Möglichkeit gegeben wurde, die Schrift des anderen zu erwidern.

Demagogie

Demagogie wird ähnlich wie Agitation im Sinn von politischer Hetze gebraucht und umfasst auch die mündliche Rede. Der Begriff bedeutet Volksverführung. Im Gegensatz zur heutigen Zeit wurde Demagogie in der Antike in positivem Zusammenhang gebraucht.

Disput

Der Begriff Disput oder auch Disputation leitet sich vom lateinischen disputatio ab und bedeutet “von allen Seiten beurteilen”. Bei einem Disput handelt es sich um ein Streitgespräch. Laut Meyers Großem Konversationslexikon ist ein Disput eine “wortreiche Auseinandersetzung” bzw. ein “Wortwechsel”

Eristik

Als Eristik wird sie Streitgesprächlehre bezeichnet. Es wird die gekonnte Widerlegung von Argumenten vermittellt. Eristik findet demnach auch Anwendung in Bereich der Streitschriften, insofern als es hier hauptsächlich darum geht, den eigenen Standpunkt zu verteidigen und die Meinung des anderen zu Fall zu bringen. Der Begriff leitet sich von der griechischen Göttin der Zwietracht und des Streites mit Namen Eris ab.

Offener Brief

Ein offener Brief wurde häufig verwendet, um die strengen Regeln der Streitschriften zu umgehen. Im Gegensatz zur Streitschrift muss man hier nicht Punkt für Punkt alle Argumente des Gegners abarbeiten. Der Verfasser ist nicht an die vorliegende Struktur gebunden. Das heißt, er kann die Reihenfolge der Argumentation verändern und Einfügungen machen. Zudem ist diese Form von Schriften meist kürzer und übersichtlicher.

Pamphlet

Das Pamphlet ist der Streitschrift sehr ähnlich und wird auch als Schmähschrift bezeichnet. Wie die Streitschrift handelt es sich um eine literarische Textform im politischen, religiösen und wissenschaftlichen Bereich mit dem Unterschied, dass die Argumente in Pamphleten oft aggressiver formuliert sind und auch Beleidigungen und vulgäre Wortwahl beinhalten. Deshalb wurden Pamphlete auch selten über den Buchhandel vertrieben. Im englischen wurde der Begriff ursprünglich für jedes kurze Werk gebraucht.

Pasquill

Beim Pasquill, auch Schmäh- bzw. Spottschrift, geht es im wesentlichen darum, sein Gegenüber herabzusetzen. Auch Bilder, die einen Menschen in seiner Ehre verletzen sollen, werden als Pasquill bezeichnet. Der Urheber einer solchen Schrift oder Abbildung wird als Pasquillant bezeichnet. Er veröffentlicht meistens unter einem Pseudonym bzw. anonym. Teilweise wurden auch Flugblätter und Satiren als Pasquille bezeichnet.

Polemik

Ursprünglich bedeutet der Begriff Polemik Streitkunst. Heute wird er annähernd synonym zur Streitschrift verwendet. Es handelt sich um einen meist wissenschaftlichen Streit, der zum Teil recht hitzig ausgetragen wird. Oft wird ein Disput auch gedruckt und veröffentlicht.

Rabulistik

Rabulistik bedeutet soviel wie Wortverdreherei. Es bezeichnet die Kunst, trotz Unwahrheit mit Hilfe von Rhetorik und sprachlichen Tricks Recht zu behalten und seinen Standpunkt durchzusetzen.

Streitpredigt

Die Streitpredigt ist, wie der offene Brief, eine Möglichkeit, um aus dem engen Rahmen der Streitschriften auszubrechen. Statt eine Antwortschrift zu verfassen, wurde die Verteidigungsrede mit in die Predigt im Gottesdienst eingeflochten. Mit der Gemeinde wird hierdurch ebenfalls ein großer Publikum erreicht, das zugleich als Zeuge dient. Im Gegensatz zur Streitschrift ist der Prediger nicht an die Struktur der Vorlage gebunden. Er kann also in Reihenfolge und Inhalt mehr variieren.