Skip to content

Zeitschrift „Pan“

Eine Zeitschrift, die ein wichtiges Organ des Jugendstils in Deutschland darstellte ist „Pan“. Sie erschien zwischen 1895 und 1900 in Berlin und wurde von dem Dichter Otto Julius Bierbaum und dem Kunsthistoriker Julius Meier-Graefe herausgegeben. Alle fünf Jahrgänge befinden sich im Bestand des Johanneums, lediglich das Heft III des Jahrgangs 1896/97 fehlt. Inhaltlich deckte die Zeitschrift alle Gattungen der Kunst ab, neben bildender Kunst und Dichtung wurden auch Musik und Theater miteinbezogen. Im „Pan“ wurden zahlreiche Werke junger Künstler zum ersten Mal veröffentlicht. Renommierte, genauso wie unbekannte Künstler erhielten hier die Gelegenheit ihre neuen stilistischen Ideen zu verbreiten. Zu den bekanntesten Künstlern, die gestalterisch für die Zeitschrift tätig waren, gehörte der Münchner Maler Franz von Stuck, der die Pan-Maske für das Titelblatt beitrug. Weitere wichtige Künstler, die mitwirkten waren u. a.: Emil Rudolf Weiß, Max Liebermann und Otto Eckmann.

Franz von Stuck, Titelblatt der Zeitschrift „Pan“. Berlin 1895

Franz von Stuck, Titelblatt der Zeitschrift „Pan“. Berlin 1895

Die Typographie der Zeitschrift war schlicht und modern, die Texte wurden mit Vignetten und Schmuckelementen versehen. Hinzu kamen Kunstblätter, die separat und ganzseitig eingebunden und meist als freie Arbeiten gedacht waren. Auch neue typographische Ansätze wurden hier veröffentlicht: Otto Eckmann, der als einer der bedeutendsten Vertreter des floralen Jugendstils gilt, entwickelte eigens für das Gedicht „Heimweh“ von Hans Bruckner eine Künstlerschrift.

Schrift und Verzierung von Otto Eckmann zu Hans Bruckners Gedicht „Heimweh“, in Pan 1 (1895/96), Heft V, S. 308

Schrift und Verzierung von Otto Eckmann zu Hans Bruckners Gedicht „Heimweh“, in Pan 1 (1895/96), Heft V, S. 308

Der „Pan“ zeichnete sich durch eine extrem kostspielige Ausstattung aus, da die Herausgeber rein ästhetische Gesichtspunkte in den Mittelpunkt rückten. Die gewöhnliche Ausgabe kostete 75 Reichsmark, die luxuriöse Ausgabe mit zusätzlich beigelegten Kunstblättern auf handgeschöpftem Papier konnte bis zu 300 Reichsmark kosten. Damit war sie die teuerste deutsche Kunstzeitschrift um 1900.

Aufgrund ihrer großen Exklusivität, aber auch ihrer unklaren Konzeption, die Beiträge aus allen Kunstgattungen einbezog, erwies sich die Zeitschrift als nicht konkurrenzfähig. Im fünften Jahrgang musste sie ihr Erscheinen einstellen. Trotz der kurzen Dauer ihres Bestehens lieferte die Zeitschrift zahlreiche anregende Beispiele für die Buchkunst.

Zum „Pan“ – digital der UB Heidelberg