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Holzschnitt

Das älteste zur Vervielfältigung von Buchillustrationen verwendete graphische Verfahren ist der Holzschnitt. Es handelt sich dabei um ein Hochdruckverfahren, bei dem die nicht zum Bild gehörenden Teile mit einem Messer entfernt werden und nur die zu druckende Zeichnung erhaben stehen bleibt.

Bereits zu Beginn des 15. Jh. war die Holzschnitt-Technik in Europa allgemein bekannt und wurde zunächst vor allem zur Vervielfältigung von Andachtsbildern verwendet. Das erste mit Holzschnitten illustrierte Buch entstand im Jahre 1461, das von Albrecht Pfister in Bamberg gedruckt wurde. Wie damals üblich wurden die Holzschnitte nach dem Druck von Hand eingefärbt. Da die meisten Inkunabeln nur auf Bestellung des jeweiligen Käufers bei einem Briefmaler oder Illuminator ausgemalt wurden, existieren von einer Ausgabe häufig unterschiedlich kolorierte Exemplare. Um 1470 war das Illustrieren von Büchern mit Holzschnitten stark verbreitet. Die ersten farbig gedruckten Buchillustrationen entstanden nach 1480, da Farbholzschnitte aber sehr aufwendig herzustellen sind, blieben sie bis ins 18. Jh. selten. Gegen Ende des 15. und Anfang des 16. Jh. erreichte die Holzschneidekunst ein sehr hohes Niveau. Die Holzschnitte wurden immer feiner und die Illustrationen immer detailreicher. Diese Entwicklung wurde höchstwahrscheinlich durch die Konkurrenz des Kupferstichs vorangetrieben, der gegen Ende des 15. Jh. immer mehr zum Einsatz kam und drohte den Holzschnitt als das am häufigsten verwendete druckgraphische Verfahren zu verdrängen.

Holzschnitt aus Sebastian Brants: "Stultifera navis", Lateinische Übersetzung von Jacobus Locher Philimusus, Basel 1507

Holzschnitt aus Sebastian Brants: "Stultifera navis", Lateinische Übersetzung von Jacobus Locher Philimusus, Basel 1507