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Kupferstich

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts kam vermehrt der Kupferstich für Buchillustrationen zum Einsatz. Da dieser einen viel feineren Bildaufbau als der Holzschnitt zuließ, wurde der Stich im 16. Jh. trotz der deutlich schwierigeren Technik dominierend. Bis weit ins 18. Jh. hinein blieb der Kupferstich das verbreitetste Verfahren zur Reproduktion von Illustrationen.

Beim Kupferstich handelt es sich um ein Tiefdruckverfahren, bei dem die zu druckenden Elemente vertieft in der Druckform liegen. Mittels Grabstichel wird eine Zeichnung in eine blank polierte Kupferplatte eingraviert. Danach wird die Platte eingefärbt und wieder abgewischt, so dass die Farbe nur in den Vertiefungen haften bleibt. Das vorher angefeuchtete Papier wird aufgelegt, mit trockenen Filztüchern abgedeckt und schließlich durch die Presse geschoben. Durch den großen Druck wird die in den Vertiefungen sitzende Farbe von dem Papier aufgesaugt.

Der älteste bekannte Kupferstich stammt aus dem Jahre 1446. Da der Kupferstich als Tiefdruckverfahren nur schwer mit dem Hochdruckverfahren des Buchdrucks zu koppeln ist, wurden Kupferstichblätter meist als ganzseitige Abbildungen gesondert in die Bücher eingefügt. Kupferstiche, die dem Titelblatt gegenüber liegen, bezeichnet man als Frontispiz. Häufig findet man auch sogenannte Titelkupfer, die in einem besonderen Druckvorgang in den gesetzten Titel eingefügt wurden. Ihre Blütezeit erlebte die Kupferstichkunst im Frankreich des 18. Jh.

Frontispiz der „Encyclopédie“ von Diderot und d'Alembert, 1. Band, 1751; Entwurf von Charles-Nicolas Cochin, Kupferstich von Bonaventure-Louis Prévost

Frontispiz der „Encyclopédie“ von Diderot und d'Alembert, 1. Band, 1751; Entwurf von Charles-Nicolas Cochin, Kupferstich von Bonaventure-Louis Prévost